Der Deutsche Werkbund trauert um Prof. Helmut Striffler

Einen Tag nach seinem 88. Geburtstag starb Prof. Helmut Striffler.

Mehr als 50 Jahre setzte er sich  – weit über das sonst übliche Maß hinaus – in verschiedenen Funktionen nachdrücklich für die Themen und Ziele des Werkbunds ein.

1981 – 86 war er 1. Vorsitzender des Deutschen Werkbunds BW.

In diese Zeit fallen die Werkbundarbeit prägende Tagungen „Wohnen in der Stadt“ (Mannheim 1981), „Raum – Ordnung – Erfahrung“ (Stuttgart 1983), „Versuch einer neuen Hoffnung“ (Schwetzingen 1985) und „Schock + Schöpfung. Jugendästhetik im 20. Jh.“ (Stuttgart 1986), der Beginn des Projekts Sanierung Durlach sowie die Ausstellung „z.B. Stühle“ (Karlsruhe 1982).

1988 fand die Rhein-Tagung „Mythen – Mächte – Katastrophen“ statt. Die Gründung des Rhein-Kollegs folgte. Jährliche Tagungen und Publikationen waren zu stemmen, langfristige Projekte wie „Lachs 2000“ zur Wiederansiedelung des Lachses im Rhein wurden angeschoben. Ein beachtliches, internationales Netzwerk der ‚An-Rheiner’ konnte aufgebaut werden. Heute hat das Rhein-Kolleg Beobachterstatus bei der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins.

1999 organisierten das Rhein-Kolleg und der Werkbund BW zusammen mit dem Schweizerischen Werkbund und Alsace Nature die überregional ausstrahlende Tagung „Land unter? Die Zukunft der europäischen Flusslandschaften“ in Breisach.

1996 – 99 übernahm Prof. Helmut Striffler in einer schwierigen Phase das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden im Deutschen Werkbund e.V., dessen Vorstand er schon seit 1983 angehörte. Seinem sowohl klugen und diplomatischen als auch beharrlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass es den Deutschen Werkbund in der heutigen Form noch gibt.

Der Werkbund sieht seine Ziele immer auch im Wirken seiner Mitglieder verwirklicht und so waren auch die Zeugnisse seines architektonischen Gestaltens stets Grund ein wenig stolz zu sein, z.B. auf Kirchen, wie die Matthäus Kirche in Pforzheim, die er als Schüler und späterer Mitarbeiter Egon Eiermanns mitgestaltete, die Versöhnungskirche im Konzentrationslager Dachau oder die Trinitatiskirche in Mannheim aber auch zahlreiche öffentliche Gebäude wie das Landgericht Mannheim oder die Landeszentralbank in Ludwigshafen waren Ergebnisse seiner Kreativität und Schaffenskraft. Z.T. ausgezeichnet durch renommierte Architekturpreise, werden sie aber vor allem als Zeugnisse einer kompromisslosen Gestaltung gebaute Erinnerungen an Helmut Striffler bleiben.

Neben den „offiziellen“ waren es vor allem die persönlichen, stets bereichernden Begegnungen, die die gegenseitige Verbundenheit prägten.

Der Werkbund verliert mit Prof. Helmut Striffler einen verlässlichen und kompetenten Ratgeber, einen wachen Geist, diplomatischen Vermittler und einen sowohl humorvollen als auch kraftvollen Menschen. Wir werden ihm in Dankbarkeit, Zuneigung und Respekt verbunden bleiben und ihm eine ehrendes Andenken bewahren.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und der ganzen Familie Striffler.

gez. Yvonne Endes, 3.2.2015

20.03.2015 von: dwbadmin
Erstellt unter Uncategorized
share on Facebook Twitter Comment

Kommentar verfassen

* erforderlich (Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht)

Kopieren Sie bitte das Passwort ...

... in dieses Feld.*